Miriam Balance

Trainier' mit deinem Körper, nicht gegen ihn.

Miriam

Wie die meisten von uns auf dieser spannenden Reise des Menschseins bin ich Entdeckerin von Geist, Körper und Seele in mir selbst und in anderen durch jede Interaktion, die ich erleben darf.

Meine künstlerische und sportliche Reise macht einen großen Teil der Person aus, zu der ich geworden bin, sowie meiner andauernden Entwicklung als Handstand- und Zirkuslehrerin, Artistin und Mensch.

Ungewöhnliche Anfänge

Ich bin in Deutschland als Tochter eines portugiesisch-deutschen Neo-Schamanen-Paars geboren und aufgewachsen und vermute, dass mein Leben wohl nie so ganz gewöhnlich war.
Allerdings änderte sich die Sache noch einmal drastisch, als ich im (vergleichsweise) reifen Alter von 21 Jahren buchstäblich weglief, um dem Zirkus beizutreten und einer Heirat und einem Universitätsabschluss um Haaresbreite zu entkommen.

Da ich nie flexibel genug war, um irgendeine Art von Spagat zu machen, athletisch oder mutig genug, um Inversionen, gymnastische Kunststücke oder andere Demonstrationen sportlichen Könnens vorzuführen, schloss ich mich Spark! Circus 2014 zunächst als Feuertänzerin an.

Dort lernte ich professionelle Zirkusartisten kennen, die mich dazu inspirierten, eine Vollzeitausbildung zu beginnen, zunächst an der Escola de Circ Rogelio Rivel in Barcelona und später an der Aircraft Circus Academy in London, wo ich die Grundlagen vieler klassischer Zirkusdisziplinen wie Luftakrobatik (Vertikaltuch, statisches und fliegendes Trapez, Corde Lisse, chinesischer Mast) und bodengebundene Aktivitäten wie Objektmanipulation, grundlegende Akrobatik und natürlich Handstandartistik erlernte. Die Letztere vertiefte ich weiterhin an der DOCH Tanz- und Zirkusschule in Stockholm im Rahmen eines Vollzeitprogramms sowie in zahlreichen Workshops mit renommierten Artisten.

Ich verliebte mich in das handbalancing wohl irgendwann zwischen einem Sturz vom Handstand aus der Höhe, bei dem ich mir die Haut von beiden Schienbeinen abschürfte, und den ersten Momenten kurzen, seeligen Gleichgewichts, in denen ich einen Fixpunkt zwischen meinen Händen betrachtete und meinen Geist in völliger, atemberaubender Stille fand – in Frieden.

Die weitere Reise

Durch die Höhen und Tiefen des Lebens, zahlreiche Kämpfe mit diversen Aspekten meines Körpers und viel Instabilität sind Handstand und Gleichgewicht im wörtlichen wie im übertragbaren Sinne eine meiner großen Leidenschaften und eine Säule meiner Persönlichkeit geblieben, sowohl in Bezug auf Bewegung als auch Philosophie und Selbstentfaltung.

Als ich 2015 in eine Lage kam, in der ich einen großen Teil meiner materiellen Errungenschaften zurückließ, kam es nie auch nur in Frage, meine Handstandblöcke zurückzulassen und bis heute sind die beiden bescheidenen Holzblöcke mit etwas Gummi an der Unterseite einer meiner wertvollsten Besitztümer.

Meine Liebe zur Handstandartistik hat mich zu vielen außergewöhnlichen Begegnungen und Herausforderungen geführt, die mir geholfen haben, mich weiterzuentwickeln, und die mich immer noch anspornen, jeden Tag eine stärkere Verbindung zwischen Geist und Körper herzustellen, als ich es bisher für möglich gehalten habe, und dabei die Grenzen beider zu erweitern.

Lehren

Mein relativ später Anfang, der Mangel jeglicher gymnastischer Vorbidlung sowie eine große anfängliche Angst haben mir die Möglichkeit gegeben, von einem sehr analytischen Standpunkt aus zu lernen – und damit zu lehren – und anderen zu helfen, häufige Ängste und mentale Grenzen Schritt für Schritt zu überwinden.

Ich unterrichte derzeit hauptsächlich an einer kleinen, unabhängigen Zirkusschule in Riom sowie in Clermont-Ferrand, Frankreich, wo ich ansässig bin, sowie gelegentlich in Deutschland und anderen europäischen Ländern.